Volksbegehren für mehr Transparenz im Parlament

End­ergeb­nis:

38.837 / 100.000

DAN­KE ALLEN
FÜR DIE UNTER­STÜT­ZUNG!

Hintergrund

Bei der Sanie­rung des Par­la­ments wur­de eine moder­ne elek­tro­ni­sche Abstim­mungs­an­la­ge mit ein­ge­plant. Damit wäre es ein­fach mög­lich, das Stimm­ver­hal­ten aller Abge­ord­ne­ten nach­zu­voll­zie­hen und für inter­es­sier­te Per­so­nen und Medi­en zu doku­men­tie­ren.

Aber die Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten wei­gert sich bis heu­te, die­se Anla­ge in Betrieb zu neh­men.

Die­ser TV-Bei­trag zeigt sehr schön die demo­kra­tie­po­li­ti­schen Nach­tei­le und die Pan­nen­an­fäl­lig­keit des alten Sys­tems:

Wir fordern:

Mit der ID Aus­tria lässt sich das Volks­be­geh­ren ganz ein­fach online unter­stüt­zen – oder klas­sisch in jeder belie­bi­gen Gemein­de.

Und dann bit­te tei­len, tei­len, tei­len:

Dan­ke für eure Mit­hil­fe!
Kris­toff­er und Hans

FAQ – Häufig gestellte Fragen

(Stand: 23. Juni 2026)

Ein kla­res Nein. Das sind zwei völ­lig ver­schie­de­ne Din­ge. Bei all­ge­mei­nen Wah­len gilt das ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Prin­zip der gehei­men Wahl. E‑Voting birgt hier immense Sicher­heits- und Anony­mi­sie­rungs­ri­si­ken.

Im Par­la­ment ist es umge­kehrt: Hier soll eine Abstim­mung im Regel­fall gera­de nicht geheim sein. Abge­ord­ne­te sind dem Volk gegen­über ver­ant­wort­lich, und es gehört zu ihrem Man­dat, offen und zuor­den­bar abzu­stim­men. Eine elek­tro­ni­sche Abstim­mung im Par­la­ment digi­ta­li­siert hier ledig­lich ein ohne­hin öffent­li­ches Ver­fah­ren.

Ja, bei den meis­ten Abstim­mun­gen wird tat­säch­lich nicht aus­ge­zäh­len: Die Abge­ord­ne­ten ste­hen auf und das Prä­si­di­um schätzt ein­fach, ob die Mehr­heit steht. Das ist alles ande­re als trans­pa­rent, aber es reicht meist aus, da in der Regel ohne­hin ent­lang schar­fer Par­tei­gren­zen (Stich­wort: Klub­zwang) abge­stimmt wird. Genau gezählt wird nur in ganz sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len, wenn jemand das Ergeb­nis anzwei­felt oder eine nament­li­che Abstim­mung ver­langt. 

Ja, 2019 wur­de zum Bei­spiel ein Ent­schlie­ßungs­an­trag gegen die Iden­ti­tä­ren irr­tüm­lich abge­lehnt, weil sich die drit­te Natio­nal­rats­prä­si­den­tin schlicht ver­schätzt hat­te, als sie die ste­hen­den Abge­ord­ne­ten sah. Größ­tes Pro­blem dabei: Der Feh­ler wur­de zu spät bemerkt und dann gilt wie bei einer Schieds­rich­ter­ent­schei­dung, man kann ein fal­sches Abstim­mungs­er­geb­nis nicht mehr nach­träg­lich kor­ri­gie­ren.

Laut Par­la­ments­ver­wal­tung ist die Hard­ware für elek­tro­ni­sche Abstim­mun­gen bereits vor­han­den. Die fina­le Ein­rich­tung des Sys­tems wür­de einen 6‑stelligen Betrag, also unter einer Mil­li­on Euro, kos­ten.

Nein, ganz im Gegen­teil. In vie­len moder­nen Demo­kra­tien und inter­na­tio­na­len Par­la­men­ten gehö­ren elek­tro­ni­sche Abstim­mun­gen und die trans­pa­ren­te digi­ta­le Ver­öf­fent­li­chung des indi­vi­du­el­len Stimm­ver­hal­tens seit Jahr­zehn­ten zum Stan­dard.

Eini­ge Bei­spie­le:

  • Euro­päi­sches Par­la­ment
    Nutzt bereits seit 1980 eine elek­tro­ni­sche Abstim­mungs­an­la­ge für nament­li­che Abstim­mun­gen. Die genau­en Ergeb­nis­se inklu­si­ve der Namen und Frak­ti­ons­zu­ge­hö­rig­kei­ten sind für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger online frei zugäng­lich.
  • USA
    Im Reprä­sen­tan­ten­haus wird seit 1973 elek­tro­nisch abge­stimmt — die Abge­ord­ne­ten ste­cken eine per­sön­li­che Stimm­kar­te in Ter­mi­nals an ihren Sit­zen und drü­cken Yea, Nay oder Pre­sent. Das nament­li­che Ergeb­nis ist bei jeder Abstim­mung öffent­lich.
  • Schweiz
    Im Natio­nal­rat (der gro­ßen Kam­mer) wird schon seit 1994 elek­tro­nisch vom Platz aus abge­stimmt. Der Stän­de­rat (die klei­ne Kam­mer) zog 2014 mit einer digi­ta­len Anla­ge nach und Ver­öf­fent­licht seit 2022 das nament­li­che Stimm­ver­hal­ten bei allen Abstim­mun­gen im Netz.
  • Deutsch­land
    Im Deut­schen Bun­des­tag wer­den nament­li­che Abstim­mun­gen zwar noch mit phy­si­schen Stimm­kar­ten durch­ge­führt, aber das Stimm­ver­hal­ten der Abge­ord­ne­ten ist seit 2007 online abruf­bar.

Auch in Ita­li­en, Spa­ni­en oder Frank­reich sind elek­tro­ni­sche Abstim­mungspul­te an den Sit­zen der Abge­ord­ne­ten seit Jahr­zehn­ten geleb­te und bewähr­te Pra­xis.

Das ist nicht der eigent­li­che Zweck, wäre aber tech­nisch mög­lich. Aller­dings wäre das kei­ne neue Dimen­si­on der „Über­wa­chung“ von Abge­ord­ne­ten, denn schon heu­te las­sen sich Abwe­sen­hei­ten durch Aus­wer­tung der öffent­li­chen Natio­nal­rats­pro­to­kol­le nach­voll­zie­hen, wie z.B. Mario Zech­ner hier sehr ein­drucks­voll zeigt.

Das ist rich­tig. Daher soll­ten Abge­ord­ne­te und Par­la­ments­klubs die Mög­lich­keit erhal­ten, ihr Stimm­ver­hal­ten direkt im Sys­tem über ein Kom­men­tar­feld trans­pa­rent zu begrün­den. So erhal­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger den nöti­gen Kon­text zu umstrit­te­nen Ent­schei­dun­gen.

Nein. Es sol­len nur jene all­täg­li­chen Abstim­mun­gen nament­lich trans­pa­rent wer­den, die ohne­hin öffent­lich sind, wo der­zeit aber wegen des Auf­ste­hens oder Sit­zen­blei­bens im Nach­hin­ein kaum mehr nach­voll­zo­gen wer­den kann, wel­che Abge­ord­ne­ten wie abge­stimmt haben.

Für die ver­gleichs­wei­se sel­te­nen gehei­men Abstim­mun­gen könn­te ganz klas­sisch auf phy­si­sche Stimm­zet­tel und Wahl­ur­nen zurück­ge­grif­fen wer­den.

Nein, wer einem Antrag elek­tro­nisch zustimmt, könn­te danach natür­lich wei­ter­hin auf­ste­hen.

Wenn das Volks­be­geh­ren erfolg­reich ist, müs­sen sich die Par­tei­en in einer öffent­li­chen Debat­te im Natio­nal­rat zur Fra­ge der elek­tro­ni­schen Abstim­mung dekla­rie­ren und wie sie es mit der Trans­pa­renz wirk­lich hal­ten. Das möch­ten wir ger­ne sehen.

Damit das Volks­be­geh­ren erfolg­reich wird, benö­tigt es ins­ge­samt min­des­tens 100.000 Unter­schrif­ten, wo die 17.583 Unter­stüt­zungs­er­klä­run­gen aus der Ein­lei­tungs­pha­se bereits mit­zäh­len.

Den letz­ten uns bekann­ten Stand zeigt der Fort­schritts­bal­ken ganz oben auf die­ser Sei­te.

Nein. Soll­ten wir vom Staat Geld erhal­ten, wer­den wir alles, was über unse­re tat­säch­li­chen Kos­ten hin­aus­geht (da soll­ten deut­lich über 10.000 Euro übrig blei­ben), an Demo­kra­tie­pro­jek­te spen­den.

Kon­kret sieht das so aus: Errei­chen wir die 100.000 Unter­schrif­ten, erstat­tet der Staat rund 17.000 Euro als Ent­schä­di­gung. Blei­ben wir unter 100.000 Unter­schrif­ten, blei­ben wir auch auf unse­ren Aus­la­gen sit­zen. Die­se belau­fen sich der­zeit auf knapp über 4.000 Euro, davon allein über 3.400 Euro an gesetz­li­chen Gebüh­ren. Also wegen dem Geld machen wir’s nicht – eher trotz­dem.

Wir haben alle Par­la­ments­par­tei­en ange­fragt, wie sie zu den For­de­run­gen des Volks­be­geh­rens ste­hen. Geant­wor­tet haben uns nur GRÜ­NE und SPÖ. Ihre Stel­lung­nah­men ste­hen unten.


Von den ande­ren Par­tei­en haben sich in einem aktu­el­len Bericht des Stan­dard die NEOS bedin­gungs­los für die elek­tro­ni­sche Abstim­mung aus­ge­spro­chen. Die ÖVP hin­ge­gen äußer­te sich skep­tisch, da das sicht­ba­re Auf­ste­hen für sie ein hoher Wert der par­la­men­ta­ri­schen Kul­tur sei. (Wir möch­ten anmer­ken, dass zusätz­li­ches Auf­ste­hen natür­lich wei­ter­hin mög­lich wäre.) Und die FPÖ führ­te an, dass eine Umstel­lung bud­ge­tär der­zeit nicht dar­stell­bar sei. (Hier sei auf die Par­la­ments­ver­wal­tung ver­wie­sen, die im sel­ben Bericht von einem 6‑stelligen Betrag spricht.)

[…] vie­len Dank für Ihre Anfra­ge, die wir direkt beant­wor­ten möch­ten, bevor wir auf Details ein­ge­hen: Die Umset­zung von For­de­rung 1 bedürf­te zuvor noch ergän­zen­der Arbei­ten, eine Umset­zung wür­den wir aber klar begrü­ßen. Die For­de­run­gen 2. und 3. tei­len wir voll­in­halt­lich.

Zu den Details:  

Abstim­mun­gen unter Nut­zung einer elek­tro­ni­schen Abstim­mungs­an­la­ge wären in Öster­reich gesetz­lich bereits mög­lich (§ 66 Abs 2 GOG-NR), sind in der Pra­xis aber noch nicht ein­ge­führt wor­den. Die Grü­nen wür­den die Ein­füh­rung unter­stüt­zen und begrü­ßen. Ein­zel­ne tech­ni­sche Fra­gen wären noch zu klä­ren (zB Fest­stel­lung der Iden­ti­tät, Vor­ge­hen bei Abstim­mungs­feh­lern, Sicher­heit etc.), sind aber sicher lös­bar. Lei­der konn­te dazu bis­her kein Kon­sens oder auch nur eine Mehr­heit unter den Par­la­ments­klubs erreicht wer­den.

De fac­to wür­de die Ein­füh­rung elek­tro­ni­scher Abstim­mun­gen dazu füh­ren, dass alle Abstim­mun­gen nament­lich wären, wie Sie rich­tig schrei­ben. Dabei ist zu beach­ten, dass in der Geschäfts­ord­nung auch die Durch­füh­rung gehei­mer Abstim­mun­gen vor­ge­se­hen ist, die unter Umstän­den zu einer freie­ren Wil­lens­bil­dung der Abge­ord­ne­ten füh­ren kann. In der Pra­xis kom­men gehei­me Abstim­mun­gen kaum vor, da gesetz­lich nament­li­che Abstim­mun­gen den Vor­rang haben. Bei Nut­zung der Mög­lich­keit elek­tro­ni­scher Abstim­mun­gen wäre daher das Ver­hält­nis zu all­fäl­li­gen gehei­men Abstim­mun­gen zu über­le­gen.

Nicht ganz rich­tig ist Ihre Annah­me, dass bereits eine elek­tro­ni­sche Abstim­mungs­an­la­ge bei der Reno­vie­rung des Par­la­ments ein­ge­baut wor­den sei, aber noch nicht genutzt wür­de. [Wir haben die­se Text­stel­len inzw. ent­spre­chend geän­dert; Anm.] Es wur­den zwar Bild­schir­me mit Touch­screen an den Abge­ord­ne­ten­plät­zen instal­liert, die für die Durch­füh­rung elek­tro­ni­scher Abstim­mun­gen sicher­lich hilf­reich wären, aber nicht ganz aus­rei­chend. Es müss­ten zB noch Hard- und Soft­ware für den Iden­ti­täts­nach­weis (z.B. mit Kar­te), die Aus­zäh­lung, Prä­sen­ta­ti­on der Ergeb­nis­se und ins­be­son­de­re die dafür erfor­der­li­chen Sicher­heits­maß­nah­men beschafft wer­den. Das wäre durch­aus noch ein beträcht­li­cher Inves­ti­ti­ons­auf­wand, der bis­her nicht in Angriff genom­men wur­de, da es eben noch kei­nen Kon­sens zwi­schen den Par­tei­en zur Ein­füh­rung gab. Die vom ehe­ma­li­gen NR-Prä­si­den­ten Sobot­ka im auf Ihrer Web­site ver­link­ten Video aus „Gute Nacht Öster­reich“ ange­kün­dig­ten Maß­nah­men wur­den letzt­lich man­gels Eini­gung nicht durch­ge­führt.

Ger­ne darf ich Ihre Anfra­ge an die SPÖ wie folgt beant­wor­ten:

Die SPÖ steht grund­sätz­lich für vol­le Trans­pa­renz bei Abstim­mun­gen. Tat­säch­lich sind Abstim­mun­gen im Par­la­ment auch nach­voll­zieh­bar und trans­pa­rent gestal­tet. Dies ist schon des­halb erfor­der­lich, um das kor­rek­te Abstim­mungs­ver­hält­nis auch bei knap­pen Mehr­hei­ten zu ermit­teln. Bei allen Abstim­mun­gen wird öffent­lich aus­ge­wie­sen, ob alle Abge­ord­ne­ten eines Klubs oder nur teil­wei­se „pro“ bzw „con­tra“ abge­stimmt haben. Zudem gibt es die Mög­lich­keit nament­li­cher Abstim­mun­gen. Im Übri­gen wer­den die Sit­zun­gen des Natio­nal­ra­tes nicht nur öffent­lich über­tra­gen, son­dern sind inklu­si­ve Abstim­mun­gen auch auf der Inter­net­sei­te des Par­la­ments abruf­bar.

Hin­ge­wie­sen sei auch dar­auf, dass in Län­dern, die Abstim­mungs­an­la­ge ein­set­zen, oft­mals Abstim­mungs­blö­cke in den Sit­zun­gen bestehen, wäh­rend im öster­rei­chi­schen Natio­nal­rat in der Regel der Pra­xis gefolgt wird, dass bereits am Ende jeder Debat­te, also im unmit­tel­ba­ren zeit­li­chen und inhalt­li­chen Kon­text durch Auf­ste­hen oder Sit­zen­blei­ben ent­we­der das Für-eine-Sache-Ein­tre­ten oder Dage­gen-Sein zum Aus­druck gebracht wird.

Unge­ach­tet des­sen steht die SPÖ auch der Mög­lich­keit elek­tro­ni­scher Abstim­mun­gen im Par­la­ment grund­sätz­lich posi­tiv gegen­über. Wir sind auch offen für Über­le­gun­gen, elek­tro­ni­sche Abstim­mun­gen bei bestimm­ten Abstim­mun­gen, etwa nament­li­chen Abstim­mun­gen, umzu­set­zen. 

Vor­aus­set­zung dafür ist jeden­falls, dass es dar­über Einig­keit zwi­schen allen Frak­tio­nen im Natio­nal­rat gibt. Es ist Auf­ga­be des Natio­nal­rats­prä­si­den­ten, hier den Kon­sens zwi­schen den Par­la­ments­par­tei­en her­zu­stel­len. Anzu­mer­ken ist dar­über hin­aus, dass im Zuge der Sanie­rung des Par­la­ments zwar Vor­keh­run­gen für eine sol­che elek­tro­ni­sche Abstim­mungs­an­la­ge geschaf­fen wur­den, eine sol­che Anla­ge bis­lang aller­dings weder ange­schafft noch instal­liert wur­de und die Kos­ten dafür jeden­falls jen­seits der Mil­lio­nen­gren­ze wären. [Die Par­la­ments­ver­wal­tung wider­spricht die­ser Schät­zung und geht nur von einem 6‑stelligen Betrag aus; Anm.]

Über uns

Die Per­so­nen hin­ter dem Volks­be­geh­ren

Kris­toff­er Dorf­mayr
Orga­ni­sa­tor des Volks­be­geh­rens

kristoffer@transparenzimparlament.at

Ich bin IT-Sicher­heits­tech­ni­ker und arbei­te bei einem OÖ Kran­ken­haus­trä­ger. In mei­ner Frei­zeit wid­me ich mich lei­den­schaft­lich der Musik und enga­gie­re mich bei ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tun­gen mit mei­nem Klavier‑, Orgel- oder Trom­pe­ten­spiel.

Hans Kirchmeyr
Stv. Bevoll­mäch­tig­ter

hans@transparenzimparlament.at

Ich bin Mit­ar­bei­ter bei „Gute Nacht Öster­reich“ (in die­ser Sache aber pri­vat unter­wegs) und u.a. Grün­dungs­mit­glied des Medi­en­watch­blogs kobuk.at.